Wissenschaft & Forschung
Einsatz von Pflanzenkohle bei der Wiederaufforstung
Das Projekt BioForAdapt untersucht, ob und wie Pflanzenkohle jungen Waldbäumen helfen kann, besser anzuwachsen und Trockenperioden zu überstehen. Hintergrund ist, dass der Klimawandel mit Hitze, Trockenheit und Schädlingen dazu führt, ganze Waldbestände absterben. Neben der natürlichen Verjüngung nutzt man zur Wiederaufforstung die Pflanzung, häufig mit trockenstresstoleranteren Arten wie Traubeneiche und Edelkastanie, um die Flächen möglichst bald wieder zu bestocken. Durch die zunehmenden Trockenphasen fallen jedoch viele Setzlinge nach der Pflanzung aus, was negative ökologische wie ökonomische Folgen hat. Pflanzenkohle – ein poröses, kohlenstoffreiches Material aus Pflanzenresten – kann unter anderem Wasser und Nährstoffe speichern und gleichzeitig das Bodenleben fördern. In der Landwirtschaft ist sie bereits erprobt, in der Forstwirtschaft aber bisher kaum.
Die Freiburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen deshalb in dem vierjährigen Forschungsprojekt herausfinden, ob Pflanzenkohle das Wachstum und das Überleben junger Eichen- und Kastaniensetzlinge verbessern kann. Zunächst werden Topfversuche im Gewächshaus durchgeführt, in denen unterschiedliche Pflanzenkohlemengen – mit und ohne Dünger – getestet werden. Dabei wird beobachtet, wie sich die Zugabe auf Wachstum, Wurzelentwicklung, Blattbildung sowie die Reaktion auf künstlich herbeigeführten Trockenstress auswirkt. Anschließend folgt ein Freiflächenversuch im Wald, bei dem die gleiche Methodik unter realen Witterungsbedingungen angewendet wird. Hier werden zusätzlich Bodenuntersuchungen durchgeführt, um zu verstehen, wie Pflanzenkohle den Wasser- und Nährstoffgehalt im Boden beeinflusst. Auch der zusätzliche Arbeitsaufwand und die Kosten einer Pflanzung mit Pflanzenkohle werden genau erfasst, um die Praktikabilität des Pflanzenkohleeinsatzes beurteilen zu können.
Insgesamt soll das Projekt zeigen, ob Pflanzenkohle in der Etablierungsphase dabei unterstützen kann, Ausfälle junger Bäume zu reduzieren, das Wachstum zu verbessern, aber auch ob sie ökonomisch sinnvoll in Pflanzprozesse integriert werden und gleichzeitig einen Beitrag zur langfristigen CO₂-Speicherung im Boden leisten kann. Die Ergebnisse sollen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse liefern als auch Forstbetrieben konkrete Handlungsmöglichkeiten an die Hand geben.