Medizin
aMStart: Selbsthilfe neu gedacht
Junge Erwachsene, die mit einer chronischen oder seltenen Erkrankung leben, stehen vor besonderen Herausforderungen. Die Diagnose – etwa von Multipler Sklerose – ist oft ein einschneidender Wendepunkt, der nicht nur medizinisch, sondern vor allem psychisch und sozial belastet. Herkömmliche Selbsthilfegruppen sprechen diese Altersgruppe selten an, und gerade in ländlichen Regionen fehlen passende Angebote. Die gemeinnützige Organisation aMStart möchte hier Abhilfe schaffen und bietet über ihre digitale Plattform innovative Unterstützung: In 1:1-Gesprächen tauschen sich Betroffene direkt mit psychologisch geschulten Peer-Beratern aus – ganz ohne Anmeldung und kostenfrei.
Das Ziel: Junge Menschen in Krisen zu stärken und ihre Gesundheitskompetenz zu fördern. Jeder fünfte junge Erwachsene in Deutschland lebt mit einer chronischen Erkrankung, Multiple Sklerose zählt dabei zu den häufigsten neurologischen Leiden. Gleichzeitig steigt die Zahl der Depressionen, und die Versorgungslücken im psychischen Bereich sind groß. aMStart setzt auf Austausch unter Gleichbetroffenen und medizinische Seminare mit führenden Neurologen, um Wissen und Selbstvertrauen zu vermitteln. Sichtbarkeit und Entstigmatisierung chronischer Krankheiten sind weitere Schwerpunkte. Das Projekt, unterstützt von der Eva Mayr-Stihl Stiftung und mehrfach ausgezeichnet – unter anderem von der Bundesregierung als Kultur- und Kreativpilot – leistet einen wichtigen Beitrag zur mentalen Gesundheit junger Erwachsener. Zukünftig soll es auf andere seltene Erkrankungen ausgeweitet werden. Eine Kooperation mit den kinderherzen ist bereits gestartet.