Interdisziplinäre Forschung für die Wälder von morgen: Forschende des Exzellenzclusters Future Forests vernetzten sich international

Ende Juli 2026 trafen sich in Staufen die Forschenden des Exzellenzclusters Future Forests mit Vertreterinnen und Vetretern von Förderinstitutionen des Clusters zur ersten Generalversammlung. Im Zentrum standen der Austausch über die frisch gestarteten Forschungsprojekte, die Koordination der Zusammenarbeit der mehr als 100 Forschenden und die Frage, wie Future Forests sein Wissen aus den regionalen Fallstudien auf die internationale Ebene heben kann.

Angesichts der Erderwärmung entwickeln sich große Teile der Wälder zu neuartigen Ökosystemen. Im Exzellenzcluster Future Forests der Universität Freiburg suchen bis 2032 mehr als 100 Forschende gemeinsam nach Wegen, Wälder und ihre gesellschaftliche Nutzung an den Klimawandel anzupassen. Ziel ist es, die Ökosystemleistungen der Wälder zu erhalten – also ihren Beitrag zum menschlichen Wohlbefinden, wie etwa das Filtern von Luft und Wasser.

Vom 27. bis 29. Juli 2026 kamen die Forschenden in Staufen zusammen, um über Methoden, Herausforderungen und die Internationalisierung der Waldforschung zu sprechen. „Bilder wie die aktuell von den Waldbränden bei Bordeaux zeigen, wie wichtig und zeitgemäß unsere Arbeit ist. Auch in Deutschland führen ein trockenes Frühjahr und eine historische Hitzewelle in diesem Sommer zu hoher Waldbrandgefahr“, sagt Cluster-Sprecher Prof. Dr. Jürgen Bauhus in seiner Eröffnungsrede.

Konsequent interdisziplinärer Ansatz

Future Forests ist eines der ersten Projekte, das speziell dafür entwickelt wurde, mit sogenannten ‚wicked problems‘ umzugehen“, erklärt Prof. Dr. Klaus J. Puettmann. Er sitzt im Scientific Advisory Board des Clusters und lehrt als Professor für alternative Waldbaukonzepte im Department für Ökosysteme und Gesellschaft der Oregon State University. Für diese „wicked problems“, also komplexe Probleme, gibt es keine einfachen Lösungen. Weil solche Probleme mehrere Forschungsbereiche betreffen, bricht das Cluster fachliche Grenzen auf: Es verbindet Natur- und Forstwissenschaften mit Medizin, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Ökonomie. „Die innovative Stärke von Future Forests liegt in seinem konsequent interdisziplinären Ansatz“, betont Prof. Dr. Stefan Rensing, Prorektor für Forschung und Innovation an der Universität Freiburg, in seinem Grußwort.

Doch die interdisziplinäre Forschung in einem Verbund allein reicht nicht. „Wir dürfen nicht bei 50 isolierten Einzelprojekten enden“, betont Cluster-Sprecher Prof. Dr. Marc Hanewinkel. „Die Art und Weise, wie wir unsere Forschungslinien verzahnen, um Anpassungs- und Transformationspfade für Wälder zu entwickeln, wird diesen Cluster definieren.“ Der Austausch in Staufen fokussierte sich daher unter anderem darauf, welche Arbeitsweisen zu einer gelungenen Zusammenarbeit der vielen Forschenden beitragen können.

Vom Schwarzwald in die Welt

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Internationalisisierung der Erkenntnisse von Future Forests. Im Mittelpunkt der Forschung des Clusters stehen zunächst Anpassungsherausforderungen im Schwarzwald und Oberrheintal. In enger Kooperation mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) und dem Thünen-Institut erarbeiten Forschende des Clusters eine fundierte Datenbasis und entwickeln daraus neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Die Vision reicht jedoch weiter: Das Cluster will seine Forschungsansätze und Anpassungslösungen auf andere Regionen der Welt übertragen. Bei der Versammlung vernetzten sich die Forschenden von Future Forests mit eingeladenen internationalen Expertinnen und Experten, unter anderem aus Kanada, Frankreich und Schweden, und fanden Schnittstellen für die Zusammenarbeit.

Dr. Marielle Brunette vom französischen Forschungsinstitut INRAE stellte das Programm FORESTT vor, das den sozial-ökologischen Wandel von Waldsystemen erforscht. Prof. Dr. Marie-Josée Fortin von der Universität Toronto präsentierte DIVERSE, eine kanadaweite Initiative zur Förderung einer resilienten Waldbewirtschaftung. Die schwedische Wallenberg-Initiative WIFORCE, vorgestellt von Dr. Maria Israelsson Nordström, führt Grundlagenforschung zu Waldwachstum und Artenvielfalt durch. Dr. Tim Pagella vom internationalen Forschungszentrum Landscape Alliance nutzt mit seinen Kolleginnen und Kollegen Wissenschaft und Agrarforstwirtschaft, um Wälder und Landschaften weltweit zu schützen.

Brückenbauer für die nächste Generation

Für Forschende in frühen Karrierephasen bot die Veranstaltung Raum, sich zu vernetzen und in Postersessions die eigene Forschung vorzustellen. „Die Förderung der Early Career Researcher liegt uns besonders am Herzen, denn sie sind diejenigen, die unsere neuen Forschungsansätze verinnerlichen und langfristig in die Zukunft tragen müssen“, so Bauhus.

Zum Ausklang der Versammlung reisten die Forschenden nach Hartheim. Dort steht die erste Messstation des aktuell entstehenden Messnetzwerks des Clusters. Bei 37,5 Grad auf dem Thermometer und mit Blick auf viele abgestorbene Bäume wurde noch einmal deutlich, warum die Foschung von Future Forests zu anpassungsfähigen Wäldern so dringlich ist.

Quelle: Interdisziplinäre Forschung für die Wälder von morgen: Forschende des Exzellenzclusters Future Forests vernetzten sich international – Universität Freiburg

 

 

 

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Bilder zur Meldung
Die große Gruppe mit etwa 80 Personen steht vor einem Gebäude
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Gemeinsam für die Wälder von Morgen: Die Mitglieder des Exzellenzclusters Future Forests bei der Generalversammlung in Staufen.
(c) Jürgen Gocke