Rems-Murr-Kliniken gründen das erste Sozialpädiatrische Zentrum im Landkreis
Winnenden. Bisher mussten Kinder mit komplexen Entwicklungsauffälligkeiten, neurologischen Erkrankungen oder chronischen Schmerzen oft weite Wege und lange Wartezeiten auf sich nehmen. Denn spezialisierte Versorgungseinrichtungen, sogenannte Sozialpädiatrische Zentren, sind vielerorts überfüllt. Deshalb haben die Rems-Murr-Kliniken im Rems-Murr-Kreis nun ein eigenes Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) gegründet – mit umfassender Diagnostik, individuellen Behandlungs- und Förderkonzepten, enger Einbindung und Beratung der Eltern sowie Vernetzung mit Kindergärten, Schulen und weiteren Hilfesystemen.
Landrat Dr. Richard Sigel freut sich, dass das Sozialpädiatrische Zentrum unter dem Dach der Kinderklinik Winnenden in bewährte räumliche und personelle Strukturen eingebettet ist.„Wir etablieren hier im Rems-Murr-Kreis eine hochkompetente und gefragte Anlaufstelle, die für alle ein Gewinn ist – für Kinder, Familien, den Landkreis und die ganze Region“, sagt Dr. Sigel, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Rems-Murr-Kliniken. „Mit unserem neuen SPZ schließen wir eine Versorgungslücke und stärken die ganzheitliche Gesundheitsversorgung unserer Kinder und Jugendlichen. Denn der Bedarf ist groß und wird weiter zunehmen angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen, die Kindern zu schaffen machen. Medizinische, psychologische und soziale Begleitung entscheidet über Teilhabe und Chancen. Deshalb geben wir Kindern und ihren Familien mit dem SPZ eine gesunde Zukunftsperspektive.“ Genau hier setze der Rems-Murr-Kreis mit all seinen Angeboten und Kooperationen zum Wohl bereits der Allerkleinsten an, betont der Landrat: „Von der frühkindlichen Hilfe bis hin zum Bunten Kreis Rems-Murr haben wir für Familien ein Netz an Fürsorge, Versorgung und Nachsorge geschaffen, welches wir kontinuierlich weiter verdichten. Bis dahin, dass wir gemeinsam mit unseren Rems-Murr-Kliniken 2025 in Backnang sogar eine Kinderarztpraxis übernommen haben. Sie wäre geschlossen worden, wenn wir nicht mit unserem MVZ, dem Medizinischen Versorgungszentrum, in die Bresche gesprungen wären. Wir übernehmen also Verantwortung und bieten Lösungen. Dass wir diese Lösung nun beim SPZ erneut im Schulterschluss mit der Eva Mayr-Stihl Stiftung Waiblingen als Partner entwickeln konnten, freut mich ganz besonders. Danke von ganzem Herzen an die Stiftung für ihre finanzielle und ideelle Unterstützung unseres Sozialpädiatrischen Zentrums.“
Robert Mayr, Stifter und Vorstandsvorsitzender der Eva Mayr-Stihl Stiftung, hält das Engagement für das SPZ für eine gute Entscheidung: „Die Sorgen und Nöte der Eltern kann ich als Vater und Großvater gut nachvollziehen. Es freut mich, wenn wir es den Eltern in solch schwierigen Situationen ein wenig leichter machen können.”
Für André Mertel, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, ist das Sozialpädiatrische Zentrum außerdem ein wichtiger strategischer Meilenstein in der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Kinderklinik. „Damit erweitern wir unsere spitzenmäßige Versorgung für Kinder und Jugendliche vom ersten Atemzug an bis über die Pubertät hinaus“, sagt Mertel. Dankbar ist er, dass neben dem Landkreis als Träger auch Förderpartner wie die Eva Mayr-Stihl Stiftung zuverlässig hinter der Kinderklinik stehen. „Die Stiftung ist stets offen für neue Ideen und Konzepte, begleitet unsere Frauenmilchbank ebenso wie unsere Kinder- und Jugendpsychosomatik. Sie ermöglicht neue Geräte und Fahrzeuge oder hilft Räume auszustatten. 2026 können wir nun gemeinsam Pflege-Apartments für Frühchen-Eltern bauen und eben das SPZ gründen. Herzlichen Dank für diese großartige Unterstützung“, so Mertel, der außerdem dem SPZ-Team dankt: „Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihre wertvolle Arbeit. Das SPZ ergänzt perfekt das Angebotsspektrum unserer Kinderklinik, die Großartiges leistet von der Ambulanz bis zum Perinatalzentrum des höchsten Levels 1 für Früh- und Neugeborene. Überall hier fließt vielfältige Expertise zusammen.“
Verantwortlich für dieses Spektrum ist der Chefarzt der Kinderklinik, Prof. Ralf Rauch. „Wir sehen heute immer mehr Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten und chronischen Erkrankungen. Für sie ist es immens wichtig, dass ihre Probleme dank umfassender sozialpädiatrischer Diagnostik unter einem Dach früh erkannt werden. Dann können wir rasch und gezielt helfen“, sagt Rauch, für den angesichts stetig steigender Fallzahlen klar wurde: „Wir brauchen dringend ein weiteres SPZ in der Region, das für Familien gut erreichbar ist und die kleinen Patientinnen und Patienten kompetent versorgt.“ In den rundum liegenden SPZ in Stuttgart, Esslingen, Göppingen, Schwäbisch Hall und Ludwigsburg sind die Wartezeiten lang, teilweise bis zu einem Jahr. „Das führt dazu, dass Eltern und niedergelassene Ärzte häufig frustriert und mit der Situation überfordert sind“, beobachtete Rauch. „Mit dem Winnender Zentrum gibt es in Baden-Württemberg nun 25 SPZ, und das für 11,3 Millionen Menschen.“
Weil die Rems-Murr-Kliniken nach allen Bedarfsanalysen mit großem Zulauf rechnen, haben sie Verstärkung in Person einer SPZ-erfahrenen Ärztlichen Leiterin an Bord geholt: Dr. Iris Pross, Fachärztin für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neuropädiatrie, war unter anderem 20 Jahre lang im Olgahospital, der Kinderklinik des Klinikums Stuttgart, tätig – davon drei Jahre im dortigen SPZ. Die Neuropädiaterin wirkt nun seit Oktober 2025 am Aufbau des Winnender SPZ mit und begleitet die Vernetzung des interdisziplinären SPZ-Teams nach innen und außen. Unterstützt wird sie dabei von der stellvertretenden Ärztlichen Leiterin Dr. Julia Diederich, ebenfalls Fachärztin für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neuropädiatrie, die als Oberärztin der Kinder- und Jugendmedizin Winnenden die Klinik bereits bestens kennt. „Wir freuen uns beide, dass es nun auch offiziell los geht, und mit uns freut sich natürlich unser multiprofessionelles Team“, sagt Pross. Zum Team zählen weitere Expertinnen und Experten: Neuropädiater, Psychologen, Heilpädagogen, Therapeuten und Logopäden, Sozialpädagogen und spezialisierte Kinderkrankenpflegekräfte.
„Im Sozialpädiatrischen Zentrum haben wir die Möglichkeit, komplexe neurologische Erkrankungen bei Kindern intensiv medizinisch zu betreuen. Dabei wenden wir individuelle Behandlungs- und Förderkonzepte an“, fasst Pross diese anspruchsvolle Aufgabe zusammen. Seit einigen Wochen betreut sie mit ihrem Team in Winnenden nun schon die ersten kleinen Patientinnen und Patienten und spürt, wie hilflos Eltern oft sind – und wie dankbar, dass sie Hilfe erfahren. „Genau das verstehen wir als unseren Auftrag: Wir sind sozialpädiatrisch kompetente, verlässliche Partner im Netzwerk mit Kindergärten, Schulen und weiteren Hilfesystemen hier im Landkreis“, sagt Pross. „Deshalb freue ich mich auch, dass die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern bereits sehr gut angelaufen ist. Ihnen allen und unseren Kolleginnen und Kollegen in den Rems-Murr-Kliniken danke ich herzlich für den guten Start und freue mich auf die weitere gemeinsame Arbeit für und mit unseren Kindern.“
Ein wichtiger Kooperationspartner im Kreis ist die Diakonie Stetten. Auch deren Vorstandsvorsitzender Dietmar Prexl begrüßt das neue medizinische Versorgungsangebot am Standort Winnenden: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer interdisziplinären Frühförderstelle einen wichtigen Baustein zu diesem Unterstützungsnetzwerk für betroffene Kinder und ihre Familien beitragen können. Das Team der Frühförderstelle arbeitet bereits mehr als 30 Jahre mit der Neuropädiatrie des Rems-Murr-Klinikums zusammen und freut sich auf die Weiterführung der Kooperation durch das SPZ. Dank der langjährigen Erfahrung, des gewachsenen Netzwerks und der direkten räumlichen Nähe von Frühförderstelle und Sozialpädiatrischem Zentrum in Winnenden entstehen wertvolle Synergien. Davon profitieren sowohl die Familien durch kurze Wege und abgestimmte Angebote als auch die interdisziplinären Teams beider Einrichtungen durch eine enge und effiziente Zusammenarbeit.“
Leistungen und Angebote des SPZ am Rems-Murr-Klinikum Winnenden
- Diagnostik und Behandlung komplexer/chronischer Erkrankungen
- Entwicklungsdiagnostik und Förderung bei verzögerter bzw. auffälliger Entwicklung
- Nachsorge für Frühgeborene
- Betreuung von Kindern mit genetischen Erkrankungen
- Abklärung bei Verdacht auf Autismus mit Diagnostik und Beratung
- Behandlung von Bewegungsstörungen
- chronischen Schmerzen
- Unterstützung bei Verhaltensauffälligkeiten und Regulationsstörungen
Kontakt zum Sozialpädiatrischen Zentrum
Rems-Murr-Klinikum Winnenden
Sozialpädiatrisches Zentrum
Am Jakobsweg 1
71364 Winnenden
Tel. 07195 591-39508
Mail: SPZ.winnenden@rems-murr-kliniken.de
Web: https://rems-murr-kliniken.de/medizin-pflege/sozialpaediatrisches-zentrum-spz-winnenden/
Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) Winnenden - Rems-Murr-Kliniken
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00