Wissenschaft & Forschung

Deutscher Forstwissenschaftspreis

Der von der Eva Mayr-Stihl Stiftung gestiftete Deutsche Forstwissenschaftspreis ist die mit 15.000 Euro höchstdotierte forstwissenschaftliche Auszeichnung im deutschsprachigen Raum. Er wird seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre von den vier Forstlichen Fakultäten in Deutschland gemeinsam mit der Eva Mayr-Stihl Stiftung im Rahmen der Forstwissenschaftlichen Tagung vergeben. Ausgezeichnet werden herausragende Forschungsarbeiten von jungen Wissenschaftlern zum Erhalt, der Nutzung und Funktion von Waldökosystemen. Neben dem Preisgeld erhält der Ausgezeichnete zusätzlich eine knapp 40 Zentimeter hohe Bronzeskulptur – die Forstwissenschafts-Trophäe in Form eines stilisierten Baumes.

„Der Deutsche Forstwissenschaftspreis dient dazu, überragende Nachwuchsforscher bei ihrer Arbeit für die Erhaltung unserer Wälder zu unterstützen.“
Robert Mayr
Übergabe des Deutschen Forstwissenschaftspreises 2018 (v.l.n.r.): Prof. Dr.  Christian Ammer (Mitglied des Preiskommitees), Preisträger Dr. Dominik Seidel, Robert Mayr und Dekan Prof. Dr. Bernhard Möhring.
Übergabe des Deutschen Forstwissenschaftspreises 2018 (v.l.n.r.): Prof. Dr. Christian Ammer (Mitglied des Preiskommitees), Preisträger Dr. Dominik Seidel, Robert Mayr und Dekan Prof. Dr. Bernhard Möhring.
Dr. Dominik Seidel erhielt die erste Forstwissenschafts-Trophäe von Robert Mayr.
Dr. Dominik Seidel erhielt die erste Forstwissenschafts-Trophäe von Robert Mayr.
Zum zehnten Mal wurde der Forstwissenschaftspreis verliehen. Erstmals gab es zusätzlich zum Preisgeld die Forstwissenschafts-Trophäe.
Zum zehnten Mal wurde der Forstwissenschaftspreis verliehen. Erstmals gab es zusätzlich zum Preisgeld die Forstwissenschafts-Trophäe.

Der aktuelle Preisträger ist Dr. Dominik Seidel. Seine Forschung an der Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen der Universität Göttingen befasst sich mit der dreidimensionalen Struktur des Waldes. Wie entsteht die komplexe Waldstruktur und welche Ökosystemfunktionen hängen auf welche Art und Weise von ihr ab? Denn Produktivität, Artenvielfalt, aber auch Ästhetik sowie andere Funktionen des Ökosystems hängen von der Struktur ab. Gemeinsam mit Kollegen anderer Fachrichtungen untersucht Seidel Form, Architektur und strukturelle Komplexität einzelner Bäume und versucht zu entschlüsseln, wie das Gefüge vieler Bäume die Struktur eines ganzen Waldes generiert. Wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit ist die Entwicklung der benötigten Methodik. Die Daten werden über terrestrisches Laserscanning in Kooperation mit anderen Forschern auf allen bewaldeten Kontinenten erhoben, vorwiegend jedoch in Urwäldern. Dort lassen sich natürliche Prozesse der Waldentwicklung am besten beobachten.

„Der deutsche Forstwissenschaftspreis bedeutet mir sehr viel. Nicht nur, weil flexibel einsetzbare finanzielle Mittel die wohl schönste Art der Förderung sind, sondern auch weil er Zeugnis dafür ist, dass neue Methoden wirklich spannende neue Erkenntnisse liefern können.“
DR. DOMINIK SEIDEL